Ökosysteme als Innovationsbeschleuniger

Die digitale Transformation sowie neue Technologien sind bei fast allen Unternehmen in den letzten Jahren in den Fokus gerückt. Für manche Unternehmen sind es lediglich Buzzwords, für viele bedeutet dies jedoch neue Anforderungen an ihr bestehendes Geschäftsmodell. Die digitale Transformation betrifft nicht nur einzelne Dimensionen eines Unternehmens, sondern kann auch das gesamte Business disruptiv transformieren. Fakt ist, dass Unternehmen sich nicht mehr als einzelne Silos in der Unternehmenslandschaft betrachten können, sondern sich zunehmend als ein Teil eines Ökosystems verstehen sollten. Somit wird ein Zugang zu neuen Ressourcen ermöglicht, die unter anderem einen Grundstein für Innovationen bilden können.

 

Doch: Wie definiert sich ein Ökosystem überhaupt? Laut James Moore, der erstmals 1990 ein Business-Ökosystem definierte, kann dies als ein Beziehungsgeflecht verstanden werden, das durch interagierende Organisationen und Individuen – den Organismen der Geschäftswelt – unterstützt wird. Die Wirtschaft produziert Güter und Dienstleistungen, die für die Kunden, die selbst Mitglieder des Ökosystems sind, von Wert sind.

 

Wie Startups Teil von Ökosystemen werden

Neben dieser Definition bleibt dennoch die Frage, wie ein Aufbau sowie eine individuelle Partizipation in solch einem Ökosystem erfolgen kann? An dieser Stelle sollten sich Unternehmen in einem ersten Schritt die Frage stellen, ob sie ein eigenes Ökosystem sukzessive aufbauen oder Bestandteil eines bereits bestehenden werden wollen. Darauf aufbauend ist es entscheidend, welche – für das Unternehmen relevanten – Ökosysteme bereits existieren. Im Fokus der Analyse bestehender Ökosysteme können dabei sowohl ein gesamtes Ökosystem als auch einzelne Verbindungen innerhalb dieses Netzwerks stehen. Ersteres ermöglicht beispielsweise, das Potenzial für neue Ideen und Geschäftsmodellveränderungen zu beurteilen, wohingegen einzelne Verbindungen hinsichtlich ihrer Beziehungsintensität analysiert werden können, mit dem Ziel Stakeholder innerhalb eines Ökosystems zu verorten.

Um abzuschätzen, inwieweit ein bestehendes Ökosystem für das eigene Unternehmen relevant ist, kann die Betrachtung der Unternehmensstrategie und der Mitarbeiter ein sinnvoller erster Startpunkt sein. Sie spiegeln den Kern eines jeden Unternehmens wider und sollten im Einklang mit den übergeordneten Zielen eines Ökosystems stehen. Ohne unterstützende Mitarbeiter, Managementsysteme oder einer organisatorischen Grundhaltung, fehlt eine Basis zum Aufbau und Partizipation an einem Ökosystem. Der Wandel von einem einzelnen, unabhängigen Unternehmen hin zu einem integrativen Bestandteil eines Ökosystems, benötigt unter anderem einen Paradigmenwechsel von Menschen, Prozessen und Technologien, welche die Organisation unterstützen.

Warum der Erfolg eines Ökosystems von seinen Akteuren abhängt

Ein wichtiges Kernelement von Ökosystemen ist zudem der Aufbau und die Pflege von Netzwerken und Beziehungen. Ein Ökosystem kennzeichnet sich durch Zusammenarbeit mit neuen und bestehenden Partnern, die sowohl lokal als auch global verortet sind. Dabei werden nicht nur Eigeninteressen und individuelle Ziele fokussiert, sondern vielmehr neue Wege beschritten, die bislang unbekanntes Potenzial für eine effizientere Zusammenarbeit und Ergebnisorientierung hervorbringen.

Deshalb müssen Akteure innerhalb eines Ökosystems durch ihre Interaktion einen Rahmen schaffen, um die Vorteile der Synergien zu maximieren. Dieser Rahmen kann die Art und Weise des Beziehungsaustauschs, den Informationsfluss, oder auch die gegensätzlichen Herangehensweisen umfassen und ist für jedes einzelne Beziehungsgeflecht individuell. Abhängig von den Zielen einzelner Business-Partner in einem Ökosystem, kann der Aufbau eines Netzwerks oder die Integration in ein Ökosystem kurzfristig oder langfristig angelegt sein.

Es besteht nicht zwangsweise eine Notwendigkeit, zu Beginn ein allumfassendes Netzwerk anzustreben und zu etablieren, vielmehr kommen neue Stakeholder sukzessive dazu. Im Gegenzug rotieren andere Stakeholder raus und das Ökosystem wird agil, lebendig und vor allem am Puls der Zeit wettbewerbsfähig.

Think global, act local!

Global zu denken, aber im ersten Schritt regional zu handeln, ist ein Paradigma für viele Unternehmen. Mit Blick auf ein Ökosystem kann dies viele Stellschrauben vereinfachen.

Regionale Cluster fokussieren eine räumliche Konzentration von Unternehmen, die beispielsweise in einem bestimmten Tätigkeits- oder Technologiefeld agieren oder einen gewissen Grad an Schnittmengen besitzen.

So sind das Silicon Valley und Tel Aviv regionale Ökosysteme mit optimalen Bedingungen für die Entwicklung von Innovationen. Zum einen liegt das daran, dass beide Orte Ballungszentren sind, zum anderen an den spezifischen Gegebenheiten beider Regionen.

So unterstützt KPMG regionale Ökosysteme

Auch KPMG hat sich dieser regionalen Maxime angenommen und ist seit nunmehr einem halben Jahr strategischer Partner des Co-Working und Maker Spaces, dem Hafven, in Hannover. Startups, Angestellte, Solo-Selbstständige und Konzerne – sie alle finden in den Büroarbeitsplätzen, Workshop- und Veranstaltungsräumen, FabLab und Werkstätten des Coworking und Makerspace ihren Platz. Insbesondere dem KPMG-Team um Maren Lehner, das sich bei der KPMG deutschlandweit mit Digitalisierung und Transformation beschäftigt, war schnell klar: Der Hafven ist ein ausgezeichneter, regionaler Dreh- und Angelpunkt, der zum Aufbau eines Ökosystems unabdingbar ist. Mit spezifischer Expertise möchte KPMG sich in das regionale Ökosystem einzubetten und eine Vernetzung mit innovativen Startups und Corporates erreichen.

Um diesem Ziel gerecht zu werden, ist KPMG in der Region Hannover / Niedersachsen besonders an zwei Startup-Förderprogrammen in der inhaltlichen Ausgestaltung aktiv involviert: Dem Hafven Academy Programm & dem Hafven Smart City Hub Accelerator .

Das Ziel? Gemeinsam mit weiteren externen, großen Unternehmen den Vernetzungsgedanken mit Startups zu forcieren.

Mit dem Hafven Smart City Hub Accelerator startet ab Januar offiziell ein Programm-Highlight, das KPMG mit weiteren Unternehmenspartnern von Beginn an vorantreiben wird. In diesem Rahmen erfolgt eine Intensivbetreuung von spannenden Startups in Verbindung mit einem konsequenten Matching zu großen Industrieunternehmen, um das bereits vorhandene Potenzial in der Hafven Community weiter zu fördern und Ideen umzusetzen. Alle sechs Monate werden insgesamt vier Startups in dieses Programm aufgenommen, die ihre Themenschwerpunkte in den Bereichen Energie, Mobilität, Produktion, Finance, Insurance, Food, Immobilien und Lifestyle als technologische Aspekte einer Smarten Stadt weiter vorantreiben können.

Am Donnerstag, den 18. Januar stellten Jonas Lindemann (CEO Hafven) und Hendrik Schwedt (Leiter Hafven Academy & Hafven Accelerator) in einer offiziellen Pressekonferenz das Programm und die Partner vor, die dieses Programm finanzieren. Zudem werden die Unternehmenspartner eine aktive Begleitung der Startups innerhalb der 6-monatigen Programmzeit übernehmen. KPMG begleitet das Programm als Innovations- und Wissenspartner mit Coaching-Programmen zu Themen wie Projektmanagement, Steuer oder Steuerrecht. Außerdem wird KPMG als Mentor für die Startups und auch als Innovationspartner für den Hafven und die teilnehmenden Corporates fungieren.


Bei Fragen zum Thema Innovation Ökosystem sowie spezifisch einer Teilnahme an dem Hafven Accelerator Programm, könnt ihr euch gerne an die Ansprechpartner von KPMG wenden!

Maren Lehner, Senior Manager
mlehner@kpmg.com

Laura Mende, Associate
lmende@kpmg.com

Marilena Meinecke, Assistant Manager
mmeinecke@kpmg.com

KPMG Smart Start bietet regelmäßig Schulungen zu Startup-Themen in unterschiedlichen Regionen an. Mehr Informationen hier. Weitere Fragen zu KPMG Smart Start gerne an Benjamin Jetter.


 

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